Blog Post No. 1 – Ein (Neu-)Anfang

Mein Leben hat sich in den letzten sechs Monaten um 180 Grad gedreht- Ich würde gerne ne größere Zahl als 180 angeben, weil es sich nach so viel mehr anfühlt, aber das würde keinen Sinn machen. Denn weiter weg als 180 Grad kann nunmal nicht sein.
Lasst es mich also so beschreiben. Ich schaue nun in eine andere Richtung und bin vorher dazu noch vom Nordpol an den Äquator versetzt worden (nur bildlich gesprochen), so sehr haben sich meine „Aussichten“ bzw. Ansichten verändert.

Aber von vorn: Heute ist der 27. Oktober 2016. Vor genau sechs Monaten, also am 27. April 2016 lag ich um diese Uhrzeit bereits seit 4 Stunden auf dem OP Tisch. Uni-Klinik, drei Operateure. Es sollte noch 30 Minuten dauern, dass sie mich wieder „zumachen“ und weitere fünf Stunden bis ich die Schwester auf Station anpöbelte (lange Narkosen machen mich aggressiv).
Es war nicht meine erste OP dieser Art, aber sicherlich die schwierigste und invasivste. Es soll aber die letzte gewesen sein, denn ich bin nun bereit, alles zu verändern, was mich dieser Krankheit ausliefert.
Ich leide an einem schweren Grad der Endometriose. Viele kennen die Krankheit, noch mehr kennen sie nicht.
Es wird von schmerzhaften Perioden, Unfruchtbarkeit und einem langen Leidensweg geredet. „Es ist halt so“; „Stell dich nicht so an“; „Da kann man nichts machen“…. Alles gehört.
Fachlich betrachtet ist Endometriose eine gutartige Krankheit, bei der Gebärmutterschleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter – also im Bauchraum – vorkommen, dort Zellhaufen (sogenannte Herde) bilden, die dann zyklusaktiv sind und hormonabhängig aufbauen und abbluten. Sie können sich dabei entzünden, dazu führen, dass Organe miteinander verwachsen, sich weiter ausbreiten und sogar in andere Organe einwachsen und deren Funktion massiv beeinträchtigen.
Wer genauere Details darüber erfahren will erhält hier gute Informationen.

Emotional und symptomatisch betrachtet bedeutet es Schmerzen bis zur Ohnmacht und zum Erbrechen, Einschränkung der Lebensqualität auf massivste Art, Angst vor Schmerzen, vor Unfruchtbarkeit, vor schweren gesundheitlichen Schäden. Das Gefühl zu haben, nicht ernst genommen zu werden. Das Gefühl zu haben, man sei ein Weichei – eine Memme.

Ich weiß es seit 2011, als ein Assistenzarzt nach einer OP, bei der mir der Blinddarm entfernt wurde Folgendes sagte: „Sie haben da ne Krankheit, die heißt Endometriose und es kann sein, dass sie unfruchtbar sind. Sie sollten am besten nochmal mit einem Frauenarzt darüber reden“. BÄHM – in my face.
Mein Smartphone und google gingen sofort an und ich brach augenblicklich in Tränen aus. Ich versuchte seit fünf Monaten schwanger zu werden.

Heute sitze ich hier. Nach drei OPs.
Am 27. April  – vor genau sechs Monaten haben sie mir 8 cm Enddarm entfernt. Ich habe zwei Kinder und ernähre mich seit diesen sechs Monaten rein pflanzlich. Ich habe keine Schmerzen mehr….
Ich erzähle es euch hier.

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