Minimalistische Weihnachten – Was meine Kinder NICHT bekommen.

Ich hab euch ja schon von meiner Ausmistlaune (-wut) erzählt. Woran ich mich noch nicht gewagt habe, und ehrlich gesagt graut mir auch ein bisschen davor, ist das Kinderzimmer.
Zur Erklärung: Wir haben ein großes (etwa 25 qm) Kinderzimmer für beide Jungs. In der Regel schlafen sie dort nicht, bzw. der Kleine nur bis zum ersten Stillen. Der Große hat ein Bett neben unserem Elternbett und der Kleine schläft dann meistens auch bei mir im Elternbett. Mein Mann darf alleine im Kinderzimmer schlafen.
Wobei auch das variiert: Also eigentlich ist es völlig willkürlich wer mit welchem Kind gemeinsam in welchem Zimmer schläft, und es ist auch nicht sichergestellt, dass man mit dem gleichen Kind im gleichen Zimmer aufwacht – Oft wechsle ich nachts mehrfach das Bett und muss mich so morgens erstmal kurz sammeln: „In welchem Zimmer liegst du und welches Kind knirscht da gerade so ohrenbetäubend mit seinen Zähnen?“ Meine Freundin sagte neulich, dass bei uns niemals eingebrochen wird, weil nachts immer jemand umher wandert und immer Licht brennt. (Man muss in allem etwas Positives sehen.)
Zum Thema Schlafen könnte ich ganze Bücher schreiben, also lasst es mich gerne wissen, wenn ihr darüber was lesen möchtet…

Ok, ich schweife ab. Also, das Kinderzimmer dient mehr oder weniger als Kleiderverstauungsort und Spielsachenhort. Ich werde mich da irgendwann auch ran trauen, aber eines weiß ich jetzt schon ganz ganz sicher: Wir brauchen nicht noch mehr Zeug da drin! (Und dabei haben wir schon wirklich wenig Spielzeug im Vergleich zu anderen Familien.)
Sprach sie und dann stand Weihnachten vor der Tür. Was heißt Weihnachten, es fängt ja schon am 1. Dezember mit dem Adventskalender an. Letztes Jahr hatte ich einen sehr aufwändigen selbst gefüllten Kalender gebastelt, in dem jeden Tag eine Kleinigkeit versteckt war: Minipuzzle, Pixibücher, Playmobil, Siku-Autos, Stifte, Jojo etc… Zwei Wochen später – ach was – zwei Stunden später flog das Zeug rum. Es wurde, bis auf die Pixibücher, kaum mehr danach geschaut.
Damals dachte ich: „Ist ja normal, Hauptsache er hat sich kurz darüber gefreut.“ Heute sage ich: „Ich will das auf gar keinen Fall mehr.“ Hier also meine Ideen zu einem „minimalistischeren“ Weihnachten.

Der Adventskalender

Sind wir ehrlich, es gehört zum Kindsein dazu, die Tage bis Weihnachten zu zählen. Und das möchte ich meinem Großen auch nicht vorenthalten. Ich habe also überlegt, wie ich ihm eine Freude machen kann und gleichzeitig nicht wieder unnützen Kram anschaffen muss.
Was mein Sohn liebt, sind Geschichten jeglicher Art. Also hatte ich die Idee, eine Weihnachtsgeschichte in 24 kleine „Portionen“ auf zu teilen, auf eine Seite zu drucken und als Papierrolle an den Kalender zu binden. Jeden Morgen darf er dann ein Röllchen öffnen und wir lesen ihm diesen Teil der Geschichte vor. Am Heiligen Abend darf er dann die gesamte Geschichte nochmal hören. Wahlweise kann mann auch 24 kleine Geschichten ausdrucken, im Internet findet man ganz viele hübsche, kleine Geschichten.

Weihnachtsgeschenke für Kinder

Die nächste Baustelle ist das Thema „Geschenke“. Ich glaube es war September, als meine Schwiegermutter das erste Mal fragte: „Was sollen die Jungs denn zu Weihnachten bekommen?“ (Ich finde übrigens toll, dass wir gefragt werden!)
Den Kleinen kann ich hierbei sowieso noch außen vor lassen. Der ist glücklich, wenn er die Plastikkugeln vom Baum abhängen darf.
Aber auch der Große hat keine besonderen Wünsche. Mein Mann und ich haben uns nun darauf geeinigt, dass die Großeltern Geld schenken können, wenn sie gerne möchten, und pro Kind und Großelternpaar eine Kleinigkeit für unter den Baum. Eine Kleinigkeit ist z.B. ein Buch, ein kleines Gesellschaftsspiel, Fensterwachsstifte und Knete (das sind bei uns nämlich die meistgebrauchten Untensilien).
Die Paten werden ein „Event“ z.B. ein Kindertheaterbesuch und ggfls. auch eine der oben genannten Kleinigkeiten schenken.
Wir Eltern werden mit dem Großen ein Planetarium besuchen und zwar wir beide ganz alleine nur mit ihm. Er ist ein absoluter Weltraumfan und wir wollen ihm so einen kleinen Einblick in die ewigen Weiten des Alls geben. Das werden Eindrücke und Erinnerungen sein, die er bestimmt so schnell nicht vergessen wird und somit nachhaltiger sein werden, als sein hundertster Traktor.
Bei Süßigkeiten hat mein Sohn den engen Familienkreis schon selbst „erzogen“, denn er isst kaum Süßes. Er schafft vielleicht ein kleines Stück Schokolade, mehr nicht. Das ist bei uns also schon lange kein Problem.
Was wir nicht wollen: Süßigkeiten (wie gesagt, die enge Familie schenkt das sowieso nicht, aber es gibt dennoch Nachbarn, Bekannte, weitere Familienangehörige, die den Kindern so eine Freude machen wollen), noch mehr Fahrzeuge, noch mehr Lego, noch mehr Kuscheltiere…. Dinge, die wieder nur kurz beachtet werden, um dann für immer im Nirvana irgendeiner Spielzeugkiste zu verschwinden.

Weihnachtsgeschenke für uns

Mein Mann und ich schenken uns schon lange nichts mehr zu Weihnachten und seit diesem Jahr auch nichts mehr zum Geburtstag. Andere Tage, wie Valentinstag, Hochzeitstag etc, haben wir noch nie zum Anlass genommen, uns etwas zu schenken.
Mit unseren Geschwistern besteht diese Vereinbarung auch schon lange. Dieses Jahr werden wir das auch auf unsere Eltern ausweiten. Wir wollen es einfach nicht mehr – dieses meist sinnlose Hin- und Hergeschenke.
Wir wollen einfach die Zeit miteinander genießen. Zusammen kochen, essen, spielen, lachen, tanzen, Spaß haben. Und vor allem vorher keinen Stress und Druck „Was soll ich bloß schenken?“ Wir wollen zurück zum Ursprung von Weihnachten – dem Fest der Liebe, der Besinnlichkeit und des Innehaltens in dieser hektischen Zeit. Ist es nicht alles was wir brauchen? Gutes Essen, Luft und Liebe!

8 Comments

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    • Um ehrlich zu sein wandelt sich meine ganze Welt erst seit gut 7 Monaten. Ich hatte zwar schon unterschwellig das Gefühl, dass in mir etwas brodelt letztes Jahr um diese Zeit. Dennoch feierten wir Weihnachten 2015 noch recht konventionell.

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      • Okay das ist wirklich interessant! Was schenken angeht, bin ich auch schon länger auf dem Tripp, dass ich eher was zum Verbrauchen schenke, wie selbstgemachte Creme oder was Gebackenes. Da freuen sich die Leute, davon haben sie was und am Ende steht bestenfalls nichts rum 😀 Aber anders herum klappt das noch nicht so gut… Mit meinen Eltern schon, aber zum Beispiel überhaupt nicht mit meinen Schwiegereltern. „Sie meinen es ja nur gut“ ist ein Satz, den ich immer wieder sage 😉

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        • Ich glaube das ist in der heutigen Großerltern-Generation noch sehr tief verankert. Sie erinnern sich noch daran, wie sehr sie sich über Geschenke gefreut haben und wir dankbar sie waren. Aber sie hatten ja auch viel weniger und schaffen wohl manchmal den Transfer nicht in die heutige Welt. Dass es den Kindern evtl. soger „besser“ tut, wenn sie weniger bekommen. Ich bin froh, dass ich da nicht gegen Windmühlen kämpfen muss, aber ich kenne es auch im Umfeld, dass einige ihre Schwierigkeiten haben, es den Großeltern zu vermitteln. Vielleicht gelingt es euch ja auch irgendwann, deine Schwiegereltern zu sensibilisieren.

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        • Vielleicht hilft es zu formulieren „ich weiß, dass ich Dir viel bedeute; auch ohne überschwängliche Geschenke“? Sagt die, die es auch nicht schafft es der eigenen Schwiegermutter zu vermitteln. 😉

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  1. Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    Diese Herangehensweise finde ich so schön! Ich muss sagen, dass ich die Handhabung, dass die Erwachsenen sich untereinander nichts schenken, schon immer so kenne. Und ganz ehrlich: ab einem gewissen Zeitpunkt ist man auf Geschenke zum einen nicht mehr „angewiesen“ und zum anderen freue ich mich viel mehr, wenn ich im Juni völlig „grundlos“ etwas geschenkt bekomme, fernab von weihnachtlichem Kaufzwang. Lediglich meine Eltern bekommen alljährlich einen Küchenkalender mit Fotos meiner Kinder. Darüber freuen sie sich jedes Jahr wirklich und das Geschenk verstaubt nicht irgendwo sondern ist täglich im Einsatz und bereitet Freude.

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