Declutter Masterclass // Ausmisten für Fortgeschrittene – DAS KINDERZIMMER!

In meinem ersten Artikel über das Ausmisten und dem Start in den Minimalismus, habe ich euch schon viele Tipps gegeben: Es ist ein Prozess, es dauert, man muss in Stimmung dazu sein etc….

Wenn man sich nun in die Drachenhöhle wagt, werden die obengenannten Grundsätze noch mal auf ein ganz anderes Level gehoben.

Willkommen also bei der „Declutter Masterclass – Ausmisten für Fortgeschrittene“!

Oder wie mein Mann dazu sagt: „Schatz ich bin so froh, dass du das machst, ich würde ja durchdrehen!“

OK, wenn ihr nun also in der besten aller Ausmist-Stimmungen seid, und der Tag auch sonst bis jetzt makellos gelaufen ist; ihr in einer Verfassung seid, die sehr stabil ist und aus der euch auch niemand so leicht herausbringen kann; das Wetter gut ist, nichts an der Kleidung zwickt oder zwackt und ihr gut gegessen habt, dann macht euch auf in das Kinderzimmer!

Vorbereitung

  1. Das Wichtigste zu allererst: Die. Kinder. Müssen (!!!). Weg. Sein.
    Für die meisten doch selbstverständlich, möchte ich es dennoch betonen. Sind die Kinder – ist das Kind – anwesend, ist das Vorhaben schon zum Scheitern verurteilt und ihr werdet eure Nerven verlieren.
  2. Besorgt euch (mal wieder) ein paar Kisten. Diesmal unbedingt welche, in denen ihr Spielsachen aufbewaren könnt, die defintiv wieder verwendet werden. Sozusagen die „Bleiben-Kiste“. Bei mir sind es durchsichtige Plastikisten von einem großen schwedischen Möbelhaus.
  3. Für die „Spenden-Kiste“ habe ich diesmal Umzugskartons verwendet.
  4. Ihr braucht Müllsäcke! Ganz sicher!

Schritt 1 – Ausräumen

Je nach dem wie viel Spielsachen, Bücher etc. im Kinderzimmer sind, bietet es sich an zunächst alles auszuräumen. Dabei habe ich mich in Etappen vorgearbeitet, also z.B. erst ein Regal, dann eine Box, dann die nächste etc. Wer viel Platz und Zeit hat, kann auch alles komplett ausräumen. Ich denke, dass das sogar noch effektiver ist. Eine neue weiße Leinwand sozusagen, auf der man etwas komplett Neues schaffen kann.

Ich habe mir hierbei auch Gedanken um das Mobiliar gemacht. In unserem Kinderzimmer stand ein alter Bauernschrank, der wirklich wunderschön, aber dennoch sehr unpraktisch ist. Man kann nicht wirklich viel darin verstauen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, ihn abzubauen, um so mehr klaren Raum zu schaffen.

Da ich keine Möglichkeit hatte, das ganze Kinderzimmer auf einmal auszuräumen, habe ich in Etappen gearbeitet. Ich habe es auch nicht an einem Tag geschafft, sondern dazu sicher 4 volle Werktage benötigt. Und zwischendurch „durfte“ es für die Kinder nicht nach Baustelle aussehen….

Ich habe mit dem Bücher-/Spiele-/Puzzleregal angefangen.

Schritt 2  – Sortieren

Wie beim Declutter-Einsteigerkurs wird auch in der Masterclass sortiert. Gleiches Schema: Behalten, Spenden/Wegwerfen, Einlagern.

Dabei bin ich sehr streng und „großzügig“ vorgangen. Vor allem beim Wegwerfen. Denn ich habe mir geschworen, dass ich angeschlagenes Spielzeug, das sich nicht mehr reparieren lässt, gnadenlos wegwerfe. Das betraf in unserem Fall zahlreiches Plastikspielzeug á la „Mc Donald’s Happy Meal Geschenk“, aber auch Spielkarten, die angefressen waren etc.

Gespendet habe ich vor allem Bücher und Spiele, für die sich bisher niemand wirklich interessiert hat. Dabei habe ich drauf geachtet, dass die Dinge noch brauchbar und ansehnlich waren.

Die wichtigste Rolle beim Kinderzimmer-Ausmisten spielt meiner Meinung nach das Einlagern. Denn hier habe ich das ganz bewusst gemacht. Mein Ziel war es, möglichst wenig Spielsachen im Kinderzimmer zu lagern (siehe unter Punkt „Neu einrichten“). Um so mehr Dinge wurden in gute, transparente Kisten gepackt und auf den Dachboden verfrachtet: Puzzle, Spiele, Bücher, Systeme (z.B. Lego) etc.
Diesmal nicht zwangsläufig mit dem Ziel, diese nach einem Jahr wegzugeben, sondern als bewusstes Spiele-Backup.

Schritt 3 – Neu einrichten

Ein bisschen habe ich mich vorher in die Thematik eingelesen. Aber im Prinzip bin ich hier meiner Intuition gefolgt. Ich bin erstmal davon ausgegangen, dass es meinen Kindern bestimmt so geht wie mir, dass sie sich in einer klaren, strukturierten, nicht überfrachteten Umgebung wohler fühlen und dies vielleicht ihre Kreativität anregt.

Ich habe es zunächst als Versuch gesehen, mit der Option, es jederzeit wieder rückgängig zu machen.

Für das Neueinrichten habe ich folgende Regeln aufgestellt:

  1. (Ästhetischer) Minimalismus auch hier als Grundsatz: Weniger ist mehr!
  2. Es bleiben nur Spiele, die zur Zeit „in“ sind, also von mindestens einem Kind regelmäßig bespielt werden. (Denkt mal drüber nach, was nach diesem Grundsatz schon alles aus dem Zimmer fliegen wird.)
  3. Die Kinder müssen leicht und selbständig Zugang zu den Spielobjekten finden. Die Spielsachen des Kleinen liegen also unten im Regal und die Spiele des Großen oben.
  4. Saisonartikel müssen weg (Weihnachtsbücher, Osterbücher etc. Es sei denn, sie sind gerade DIE Lieblingsobjekte).
  5. Alles Spielzeug muss auf einen Blick sichtbar sein, das heißt die Kisten sind nicht überfrachtet, sodass man nicht von oben sieht, was unten drin hist. Die Puzzle stapeln sich nicht auf hohe Türme etc.
  6. Was sind absolute Must-Haves für die Kinder? Für uns ist das alles, was die Kreativität fördert: Malsachen (auch hierzu haben beide jederzeit Zugang), Knete und Bücher. Davon darf es dann auch bei uns etwas „mehr“ sein.
  7. Ein Spielsystem im Zimmer! Wir besitzen Lego Duplo, eine Brio-Bahn und eine Magnetkugelbahn von Smartmaxx. Also drei „Systeme“ wie ich sie nenne. Dabei sind zwei immer eingelagert und nur eines verweilt im Zimmer. Jedes System hat seine eigene Box (also man sieht, dass sich auch die Größe der Systeme ganz gut einschränken lässt).

Ich zeige euch gerne anhand von Bildern, wie wir unser Zimmer neu eingerichtet haben:

Hier seht ihr den Regalteil des Kleinen: Puzzle (wobei ich da noch welche entfernen werde Stichwort „Prozess“), altersgerechte Bücher, und ein erstes Spiel.

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Ein „gutes“ Beispiel einer Spielekiste des Kleinen: Ein Becherturm, ein Steckspiel und ein Minibauernhof von „Little-People“. Alles ist von oben sichtbar.

Toys1.jpg

So werden die Fahrzeuge gelagert. Das ist das absolute Lieblingsspielzeug von beiden. Deshalb haben wir davon relativ viel. Es gibt noch eine weitere Kiste mit filigraneren Fahrzeugen von Siku, die aber ähnlich überschaubar ist und eher vom Großen genutzt wird.

Für mich war das schrittweise Drucharbeiten sehr angenehm und es hat mich dadurch auch nicht überfordert. Immer meine Grundsätze und „Regeln“ im Kopf.

Andere haben das Spielzeug sogar erstmal vollständig entfernt, um zu sehen was passiert. So mutig war ich nicht.

Schritt 4  – Einlagern und Tauschen

Wie schon angedeutet, spielt das Einlagern beim Kinderzimmer umgestalten eine sehr große Rollte. Das Tolle dabei ist, dass es einem viel leichter fällt wegzuräumen, weil man ja nicht direkt etwas wegwirft. Voraussetzung ist natürlich, dass man auch den Platz dafür hat.

Man kann sich natürlich auch mit anderen Familien zusammentun und die Spielsachen unter einander tauschen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ich tausche nicht nach einem festen Zeitplan. In der Tat hat sich mein Großer als erste Reaktion gefragt, wo seine Holzeisenbahn ist. Ich habe ihm erklärt, dass ich sie auf den Dachboden gestellt habe. Er wollte sie gerne haben und war bereit, dafür das Lego Duplo zu tauschen.

Die „Halbwertszeit“ von Spielzeugen ist ganz unterschiedlich, weshalb ich dazu raten würde immer dann zu tauschen, wenn das Interesse merklich nachlässt. Das kann schon nach einigen Tagen sein, aber auch erst nach Monaten.

So sehen unsere eingelagerten Spielsachen aus:

Schritt 5 – Auch ein Prozess

Wenn ich mir nun die Bilder betrachte und anschließend ins Zimmer gehen, merke ich schon, dass da noch einiges zu tun ist. Auch hier ist es ein Prozess und man sollte nicht den Anspruch haben, es gleich perfekt haben zu wollen.

Ich finde man sollte den Kindern auch eine gewisse Zeit geben, sich an das neue System zu gewöhnen, um sie dann Schritt für Schritt an einen gewissen „Minimalismus“ heranzuführen. Das soll nichts Gezwungenes sein, denn es kommt von ganz alleine.

Ein paar Impressionen – „Vorher und Nachher“

Wie finden es die Kinder?

Ich habe mit den Kindern, bzw. mit dem Großen, nicht darüber gesprochen. Und da ich es auch in Etappen gemacht habe, hat er es gar nicht so richtig gemerkt (außer dass ihm aufgefallen ist, dass eine Eisenbahn weg ist). Und das war auch tatsächlich das Einzige, das ihm aufgefallen ist. Ich könnte mit Sicherheit noch mal so viel wegräumen (was ich als nächsten Schritt anstrebe). Sagt das nicht schon alles? Sagt das nicht aus, dass die Kinder die Flut an Spielsachen gar nicht so richtig wahrnehmen? Kann es vielleicht sogar sein, dass sie sie überfordert?

Ich erlebe nun, dass die beiden sich lieber in diesem Zimmer aufhalten, weil sie nun vor allem Platz zum Spielen haben. Haben sie vorher meist ein Spiezeug aus dem Zimmer geholt und im Flur oder Wohnzimmer gespielt, verweilen sie nun immer öfter im Zimmer. Ob es nur der neu gewonnene Platz ist oder auch die klarere Struktur, ist rein spekulativ. Letztlich ist es auch egal, denn ich freue mich einfach darüber, dass sie sich nun darin wohlfühlen.

Sie greifen nach wie vor am meisten zu ihren Fahrzeugen, vor allem aber wird lieber gemalt (auf Papier und am Fenster). Der Große hat plötzlich wieder angefangen zu puzzlen. Das kann Zufall sein, aber auch daran liegen, dass er die Puzzle nun endlich wieder im Regal liegen sieht.

Ich hoffe ich konnte euch ein paar brauchbare Tipps geben und euch dazu motivieren, es mir gleich zu tun. Wenn das so ist, wünsche ich euch gutes Gelingen und starke Nerven.

Über euer Feedback freue ich mich riesig!

Bis dahin: Habt nen feinen Tag und trefft großartige Entscheidungen!

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