Bye Bye Fastfashion // Minimalismus im Kleiderschrank für Mensch und Umwelt

Was Fast Fashion bedeuten kann, zeige ich euch anhand meines Beitragbildes, das aus meinem Schlafzimmer stammt und nur einen Bruchteil meiner aussortierten Kleider zeigt. Wenn ich mir das heute anschaue, begreife ich es nicht. Wie kann man nur?
Und auch hier ist es ein „Point of no Return“, wenn man durch die Türe gegangen ist, gibt es keinen Weg mehr zurück.
Und genau, wie beim Thema Ernährung, ist es ein Prozess den man durchlebt, um immer bewusster zu konsumieren.

Eine Revolution

Vielleicht ist es selektive Wahrnehmung, aber ich habe das Gefühl, dass es immer Menschen gibt, die ihr Konsumverhalten überdenken. Und sei es erstmal in ganz kleinen Bereichen und mit kleinen Schritten.
Es macht mich glücklich zu sehen und manchmal spüre ich fast schon eine Art Dynamik. Eine Bewegung – die Revolution derer, denen Geld und Materielles nicht mehr so wichtig ist.
Und das fühlt sich großartig an. Neumodische Hippies sozusagen. Ein bisschen Flower Power im 21. Jahrhundert, bloß ein bisschen anders, ohne Drogen (zumindest bei uns) und weniger bunt. Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass so eine Bewegung genau wie damals gesellschaftlich aneckt, zumindest dort oder bei jenen, die es eigentlich gerne hätten, dass wir blind und unreflektiert weiter konsumieren.

Es ist in der Tat auch gar nicht schwer, das Konsumverhalten nachhaltig zu ändern, denn es braucht meiner Meinung nach nur zwei Dinge:

1. Man muss sich gegenüber diesem Thema öffnen und hinschauen! Das betrifft vor allem auch den eigenen Kleiderschrank – sprich das eigene Konsumverhalten in diesem Bereich.
2. Muss man versuchen, möglichst objektiv zu beurteilen, wann man konsumiert. In welchen Situationen kauft man und welche Gefühle löst es aus? Wie lange halten diese Gefühle an und was versucht man damit zu kompensieren?

Wenn man diese Fragen für sich beantwortet und seinen Blick geöffnet hat, hört man einfach auf damit. Einfach so, von jetzt auf gleich. Es ist ganz einfach.

Eine (kleine) Sucht

Das Kaufen von Kleidung spricht bei den meisten das Belohnungssystem an. Dieses lässt sich jedoch ganz einfach austricksen, in dem man sich eine erfüllende Aufgabe sucht, die einem das gleiche Gefühl gibt und nicht auf Konsum abzielt (z.B. einen Blog schreiben).
Der Begriff „Fast Fashion“ beschreibt dieses Phänomen wirklich sehr gut: Man kauft schnell und unüberlegt und das gute Gefühl, das sich schnell nach dem Kauf einstellt, ist ebenso schnell wieder verflogen. Dreifach „Fast“ sozusagen.
Um sich viele neue Kleider leisten zu können, müssen sie möglichst billig sein (oder man muss sehr viel Geld verdienen, um dann in teure Labels zu investieren, die oftmals kein bisschen nachhaltiger oder fairer produzieren). Die Qualität spielt nur eine untergeordnete Rolle, denn man will ja gar nicht, dass die Sachen lange halten. Man will/soll ja wieder weiter konsumieren – für das gute Gefühl.

Dieses Gefühl verfliegt allerdings recht schnell, wenn man sich die Bedingungen anschaut, unter denen diese Kleider oft produziert werden. Und dabei spreche ich nicht von der Leder- und Pelzindustrie, also Tieren, die leiden, sondern von Menschen, die unter widrigsten Bedingungen und teilweise unter Lebensgefahr arbeiten, damit wir immer mehr konsumieren und wegwerfen können.

Manche nennen es moderne Sklaverei und genau dieser Begriff war der erste, der mir in den Kopf kam, als ich mich mit diesem Thema näher auseinander setzte.

Fast Fashion steht für ganz viel Leid. Es lohnt sich, mal darüber nachzudenken.

Gibt es Alternativen jenseits von Jute-Öko-Hippie-Kleidung?

Zum einen kann man Dinge wiederverwehrten oder Secondhand kaufen. Das ist ein sehr großer Schritt gegen das Phänomen „Fast Fashion“. Dabei kann man selbst entscheiden, nach welchen Kriterien man einkauft. Ich würde zum Beispiel nie (mehr) eine Lederjacke oder einen Pelz kaufen, selbst wenn sie Secondhand sind. Aber man kann zumindest bei den Labels ein bisschen entspannter sein, denn man unterstützt sie nicht mehr direkt, wenn man sie gebraucht kauft. Damit ist auch ein wichtiges Argument vom Tisch, dass sich ökologisches Shopping nicht alle leisten können.

Aber auch wenn man neu kaufen will/muss,  gibt es Möglichkeiten. In Kombination mit Secondhand Shopping ist es dann auch kein Problem mehr, in neue nachhaltige Kleider zu investieren, die lange hält.
Für mich und meine Familie gibt es derzeit zwei Hersteller/Marken, die mich sowohl vom Konzept der Nachhaltigkeit, der Fairness, der Qualität und des Designs überzeugen: hessnatur und armedangels.

Beide verwenden ausschließlich Materialien in Bioqualität und garantieren fairen Handel in allen Produktionsschritten. Die Qualität der Ware ist sehr hochwertig und das Tragegefühl einzigartig.

Das Design bei armedangels ist zeitlos aber dennoch modern. Sehr minimalistisch und eher in gedeckten Farben, aber oft mit sehr raffinierten Schnitten. (Oh je, wenn meine Oma früher das Wort „raffiniert“ verwendet hat, war das für mich damals ein ziemlich eindeutiger Indikator dafür, dass ich es schrecklich finde). Sie setzen damit ein echtes Zeichen gegen „Fast Fashion“.

Hessnatur hat eine sehr große Auswahl und immer wechselnde Kollektionen. Auch hier ist die Qualität absolut überzeugend. Bei hessnatur kaufen wir seit einiger Zeit (fast) ausschließlich die Kleider für den Großen und vereinzelt auch für den Kleinen (der Kleine trägt brav die Sachen des Großen auf, wenn es saisonal mal nicht passt oder wirklich was fehlt, kaufen wir auch für ihn bei hessnatur).

Neben meinem eigenen Kleiderschrank ist auch der der Kinder stark geschrumpft. Auch hier habe ich oft unnütz und meist auch unfunktional gekauft, einfach weil ich die Sachen so süß fand. Damit habe ich schon vor der Geburt des Kleinen aufgehört, aber es hängen immer noch hier und da Sachen rum, die kaum getragen werden oder wurden.

Und unten rum?

In meinem Artikel über die Kinderschuhe habe ich euch ja schon einen Einblick gegeben, welche Einstellung wir dazu haben. Auch, dass die Wildlinge besonders nachhaltig und fair produziert werden, habe ich euch schon gesagt. (Ratgeber Utopia)
Bei uns Erwachsenen ist es so, dass wenn wir neue Schuhe brauchen, diese vegan sein müssen.

Besonders oft kommt es nicht vor, dass wir neue Schuhe brauchen. Aber wir möchten nun auch gerne auf Barfußschuhe umsteigen, weshalb wir nun nochmal investieren.
Ich werde mir im kommenden Frühling auch ein Paar Wildlinge gönnen. Mein Mann liebäugelt mit Vivobarefoot (auch ein nachhaltiges Label, das aus Deutschland kommt).

Bitte schaut nicht weg!

Dieses sehr komplexe Thema in einen einzigen Blogpost zu packen ist nicht möglich. Wenn ihr mögt – und ein bisschen hoffe ich das – schaut ihr euch diese Beiträge an, um euch ein eigenes Bild zu machen. Wenn ihr gezielt im Internet sucht, findet ihr noch sehr viel mehr Informationen.

1. Definition von Fast Fashion „Servicezeit“ ARD Mediathek
2. „Gesichter der Armut“ 37 Grad Dokumentation. Achtung: Nur noch bis 30.03.2017 online!
3. Eine Zusammenstellung fairer Labels von Utopia (auch hessnatur und armedangels sind gelistet)

Ein Prozess

Mein nächstes Projekt ist eine „Capsules Wardrobe“ mit je etwa 30 teilen pro „Kapsel“. Wenn ihr mögt, nehme ich euch auf diese Reise mit. Vielleicht findet der ein oder andere eine Inspiration darin. Denn eines ist sicher, seit ich weniger Kleider besitze, bin ich sehr viel freier und habe schon eine ganze Menge Zeit bei der Auswahl meiner Kleider gespart. Und obwohl ich weniger Kleidungsstücke habe, habe ich gefühlt „mehr“ zum Anziehen.

Habt nen tollen Tag und trefft gute Entscheidungen

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