Abstillen // Ein bisschen wie Liebeskummer…

Das allerletzte Mal

Es ist Samstag, der 10. Juni 2017. Es ist 5:30 Uhr. Du bist genau 2 Jahre und 2 Wochen alt. Ich stille dich. Es ist das letzte Mal, aber das weiß ich zu dieser Zeit noch nicht.

Einen Tag später. Ich komme gerade aus der Dusche und denke an das letzte Mal und daran, dass ich nicht wusste, dass es das letzte Mal sein wird. Ich stehe vor dem Spiegel uns sehe, wie mir die Tränen die Wange herunterlaufen. In Strömen. Es tut weh. Ein bisschen wie Liebeskummer fühlt es sich an.

Eine spontane Entscheidung

Als ich an jenem Morgen zu einem Ausflug aufbrach war mir schon bewusst, dass ich dich den ganzen Tag nicht sehen werde. Auch dass ich dich nicht ins Bett bringen würde, wusste ich. Dass ich mich dann am Abend spontan dazu entscheiden würde, dich nicht mehr zu stillen, war mir morgens noch nicht bewusst. Aber es klappte den ganzen Tag ganz wunderbar und auch das Schlafengehen hast du mit Papa gut hinbekommen. Uns so kam ich um 10 Uhr nach Hause und beschloss, mich nicht zu dir – meinem Stillkind – zu legen, sondern mich zu meinem großen Kind zu kuscheln.

Ich konnte dich nachts kurz weinen hören. Ich war hellwach, auch für mich fühlte es sich ganz komisch an nicht bei dir zu liegen, so wie ich es seit 2 Jahren und 2 Wochen gemacht habe. Aber Papa hat dich schnell beruhigt und in seinem Arm bist du schnell wieder eingeschlafen.
Als du mich dann am Morgen sahst, wolltest du gestillt werden. Du hast erst kurz protestiert, als ich sagte ich habe keine Milch mehr, sie sei leer. Die angebotene Flasche hast du mit den Worten „deht nist“ weggeschoben. Als ich dich dann aber in den Arm genommen habe und es gemeinsam mit dir nochmal probiert habe, hast du sie getrunken. Und du warst stolz als sich sagte, dass große Jungs das so machen. Und seit dem fragst du nur noch selten nach meiner Brust. Es wird täglich weniger. Auf das „In den Arm nehmen“ beim Milch trinken bestehst du und das ist gut so. Etwas, dass wir dir liebend gerne erfüllen.

Der Mittlere

Und ich habe mir die Zeit zum Abschied nehmen und zum Trauern genommen. Es war eine lange und sehr intensive Zeit. Mit Hochs und Tiefs aber immer mit ganz viel Liebe. Und so schreibe ich mir meinen Liebeskummer von der Seele, wohl wissend, dass ein neuer Mensch kommt, der diesen Platz an meiner Brust einnehmen wird. Aber mit diesem Menschen ist nun für immer vorbei.
Jetzt habe ich zwei große Kindern und mein Kleiner ist nicht mehr der Kleine, sondern jetzt schon ganz offiziell der Mittlere.

Eure wehmütige aber stolze

unterschrift

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