Geburt // Ernährung und Vorbereitung auf die Geburt

Vor einigen Tagen habe ich ein Foto meines „Geburtsvorbereitungs- und Aromatherapiekörbchens“ auf Instagram gepostet. 
Ich habe dabei in einem Satz auch erwähnt, dass ich mich gemäß den Empfehlungen von Prof. Frank Louwen  in den letzten Wochen bis zur Geburt zucker- und weißmehlfrei ernähren werde.

Darauf hin haben mich so viele angeschrieben und wollten genauere Hintergründe erfahren. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, sämtliche geburtsvorbereitenden Maßnahmen, die ich selbst anwende, und die Gründe warum ich was mache, aufzuschreiben.
Grundsätzlich solltet ihr alle diese Maßnahmen zuvor mit eurer Hebamme und/oder eurem behandelten Gynäkologen_in besprechen. Nicht alle Maßnahmen sind bei möglichen Komplikation ratsam, einige können sogar kontraindiziert sein.
Hier seht ihr also meine Vorbereitungen auf die Geburt – zusätzlich zur mentalen Vorbereitung – in chronologischer Reihenfolge:

Yoga

Etwa seit der 18. Schwangerschaftswoche übe ich – mit wenigen Ausnahmen – täglich 20 bis 30 Minuten Yoga. Einmal in der Wochen besuche ich einen angeleiteten Kurs, der 75 Minuten dauert und immer auch eine lange Tiefenentspannungssequenz enthält. 
In keiner Schwangerschaft fühlte ich mich fitter, beweglicher und war so selten erkältet. Einen Teil schreibe ich definitiv dem regelmäßigen Yoga zu. Für mich liegen die Vorteile auf der Hand, die mir sicherlich auch bei der Geburt wertvoll sein werden:

  • Verbesserung Körperwahrnehmung
  • Kontrolliere Atemtechniken
  • Entspannungsübungen
  • Kräftigung (vor allem der Rückenmuskulatur)
  • Meditation
  • Verbindung zum Baby aufbauen
  • etc.

Aromatherapie

Wie ich in meinem Artikel über Hypnobirthing schon angedeutet habe, ist es für mich wichtig, eine Umgebung und einen Raum zu schaffen, in dem ich mich wohlfühlen und fallen lassen kann. Am liebsten wäre das mein zu Hause, aber das geht aufgrund meiner medizinischen Vorgeschichte und nicht zuletzt auch wegen dem Mangel an betreuenden Hausgeburtshebammen leider nicht.
Also schaffe ich mir meine Atmosphäre, packe sie in mein Körbchen und nehme sie einfach mit in den Kreißsaal.
Und so habe ich schon recht früh damit begonnen, mich auf einen wohligen Duft zu „konditionieren“. Der Duft meiner Wahl ist der „Entbindungsduft“ von Ingeborg Stadelmann aus der Bahnhofsapotheke. Immer wenn ich es mir abends bei einem Buch gemütlich gemacht habe oder ich alleine oder gemeinsam mit meinem Mann die Entspannungsübungen durchgeführt habe, brannte das Öllämpchen mit dem anregenden, süßlich- fruchtigen Duft. Und heute ist es schon so, dass wenn ich ihn rieche, ich automatisch in einen entspannteren Zustand gerate. 
Passend besorgte ich mir das Badesalz mit den gleichen Aromen, das ich mit in die Klinik nehmen möchte oder auch schon zu Hause anwenden kann, wenn die Geburt noch nicht allzu weit fortgeschritten ist.

Ernährung

Nachdem ich den Vortrag von Prof. Louwen in der Uniklinik Frankfurt am Main gehört habe, haben sich für mich viel „Aha-Momente“ in Bezug auf die anderen Geburten ergeben.
Unter anderem der Einfluss der Ernährung auf die Eröffnungsphase der Geburt haben mich beeindruckt und letztlich überzeugt, es auszuprobieren.
Louwen vertritt die These, dass ein immer währendes Auftreten von Blutzuckerspitzen in den letzten Schwangerschaftswochen die Ausbildung von Prostaglandinen (Hormone zur Eröffnung des Muttermundes) und deren Rezeptoren am Muttermund hemmt, was zum einen zu immer häufigeren Termin Überschreitungen/Übertragungen führt, zum anderen die Eröffnungsphase schmerzhafter und länger werden lässt. 

Ernährt man sich um Umkehrschluss zucker- und weißmehlfrei, werden in den letzten Wochen ausreichend Prostaglandine und deren Rezeptoren gebildet. Kommt es nun unter der Geburt zu einer vermehrten Ausschüttung an Prostaglandinen, können diese direkt an den dafür vorgesehenen Rezeptoren andocken und ihre Arbeit – das Öffnen des Muttermundes – verrichten. Sind noch nicht ausreichend Rezeptoren vorhanden, docken die freien Prostaglandine an Schmerzrezeptoren an. Die Rezeptoren zur Öffnung des Muttermundes müssen dann quasi „Last – Minute“ gebildet werden. Dies wird von der Frau jedoch als sehr langwierig und schmerzhaft empfunden. Auch kann dies der Beginn von Interventionskaskaden wie PDA, Wehentropf, Geburtsstillstand und Sectio sein.
Ein zusätzlich wichtiger Faktor, um solche Blutzuckerspitzen zu vermeiden, ist Bewegung nach dem Essen. 
Louwen distanziert sich jedoch ausdrücklich von dem Begriff „Diät“, da es sich hier in keinster Weise um eine Kalorienrestriktion handelt und auch nicht um eine „Low Carb“-Diät. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse sind ausdrücklich erwünscht und tragen zu einer ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft bei. 

Seit nun knapp zwei Wochen halte ich mich an diese Grundsätze und mir geht es nach anfänglichem, leichtem Zuckerentzug heute richtig gut. Es fehlt mir gar nichts. Ich fühle mich fit, leicht (ha ha, so leicht wie man sich eben in der 36. Woche fühlen kann) und gesund. Ich bin gespannt, wie ich diese Eröffnungsphase erleben werde.

Himbeerblättertee

Seit letzter Woche, also der 35., trinke ich täglich 1-2 Tassen Himbeerblättertee. Auch wieder von Ingeborg Stadelmann aus der Bahnhofsapotheke. Viele Hebammen schwören auf die gewebslockernde Wirkung des Tees im kleinen Becken. Außerdem wirkt er entgiftend/ausleitend, was die Darmperistaltik anregt und so auch die Gebärmutter stimuliert. Man liest verschiedene Dosierungen. Ich fahre mit 1-2 Tassen mit jeweils 2 TL Tee am besten. Werde die Dosis zum Termin hin einwenig steigern und ab Termin dann nochmal (sollte es soweit kommen).
Wissenschaftlich belegt ist die Wirkungsweise nicht, die positiven Auswirkungen stützen sich auf Fallbeispiele.

Dammmassage

Um das Gewebe für den Austritt des Köpfchen geschmeidig zu machen, empfehlen viele Hebammen die tägliche Massage und das leichte Dehnen des Dammes mit einem entsprechenden Öl. Dabei wird der Damm sowohl von innen als auch von außen massiert und gedehnt. Ich gebe zu, dass ich mir damit ein bisschen schwer tue und es auch nicht sehr angenehm finde, dennoch möchte ich sicherstellen, das Gewebe so gut es mir möglich ist vorzubereiten. Besonders effektiv ist das Ganze übrigens, wenn man sich dazu in die tiefe Hocke setzt. Auch hier verwende ich das Dammmassageöl von Ingeborg Stadelmann. Es gibt zum Beispiel aber auch Öle von Weleda oder anderen Naturkosmetikanbietern.

Akupunktur

Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die der Akupunktur ab der 36. Woche ein Wirkung zuschreiben. Auch hier soll die Eröffnungsphase signifikant kürzer und schmerzärmer verlaufen, wenn einmal wöchentlich bestimmte Akupunktur-Punkte (an den Beinen und zuletzt auch im kleinen Zeh) behandelt werden. Ich habe das große Glück, dass meine betreuende Hebamme selbst Akupunktur anbieten kann, ansonsten gibt es dieses Angebot in fast jeder Geburtsklinik.

Heublumendampfsitzbad

Ab der 37. Woche wende ich einmal in der Woche ein Heublumendampfsitzbad an. Das lockert zusätzlich die Muskulatur im kleinen Becken, und macht das Gewebe und den Damm weich.
Die Schnittblumenmischung gibt es in Apotheken, auch viele Hebammen bieten sie an. Ich habe meine Mischung auch aus der Kemptner Bahnhofsapotheke. Praktischerweise stelle ich meinen Sud aus den Heublumen und dampfenden Wasser in einer festen Schüssel her. Diese dann einfach in die Toilette stellen und sich oben drüber setzen. Dabei sollte man drauf achten, sich nicht zu verbrühen.
Ab Termin kann man das Dampfsitzbad auch täglich anwenden. Bei einem reifen Befund kann das Dampfbad wehenfördernd sein. Deshalb sollte man auch mit der Anwendung die 37. Woche abwarten.

Geschrotete Leinsamen

Eine Methode, die ich sonst immer gerne angewendet habe ist der Verzehr von geschroteten Leinsamen. Da sie neben den geburtsvorbereitenden Eigenschaften auch schlichtweg gesund sind und viele Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren liefern, sind sie ein hervorragende Ergänzung zur ausgewogenen Ernährung. Leider kann ich sie aufgrund meiner Darmresektion leider nicht mehr anwenden.
Schon vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich nach dem Verzehr von Leinsamen Verdauungsbeschwerden bekomme. Ich greife deshalb zu Leinöl, das keine Ballaststoffe mehr enthält.
Verträgt man die Leinsamen, stellen sie eine hervorragende Möglichkeit dar, die Schleimheute feucht zu halten, was sowohl für die Scheidenflora gesund ist, als auch einen gewissen „mechanischen“ Rutscheffekt verursacht. Also eine definitive Empfehlung meinerseits: Täglich 1-2 Esslöffel geschrotete Leinsamen ins Müsli, den Joghurt etc einrühren und genießen. Dazu ausreichend viel trinken und ihr könnt nichts falsch machen.

Massageöle

Aus meinem Potpourri bleiben nun nur noch zwei Massageöle übrig, die ich unter der Geburt bzw. unter Anleitung der Hebamme im Kreißsaal anwenden möchte: Das Geburtsöl und das Ut-Öl jeweils von Ingeborg Stadelmann.
Während das Geburtsöl allgemein zur Massage unter der Geburt angewendet werden kann, um die Entspannung zu fördern, die Sinne anzuregen und eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, ist das Ut-Öl eher ein „Notfallmittel“, das ich anwenden möchte, sollte die Wehentätigkeit etwas Unterstützung brauchen. Dieses sollte auch unbedingt nur unter Aufsicht und nach Rücksprache mit der betreuenden Hebamme angewendet werden. Dass ich das Öl aber in meinem Körbchen habe und im Notfall darauf zurück greifen kann, gibt mir ein gutes Gefühl. Im Zweifelsfall habe ich einfach nur umsonst mitgenommen.

Ich hoffe euch hilft meine Übersicht ein bisschen weiter und ihr könnt das eine oder andere für euch umsetzen.

Habt einen wundervollen Tag und trefft großartige Entscheidungen!

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