Friedvolle Elternschaft – Inklusive 3 Tipps, die du sofort umsetzen kannst.

Wer mir auf Instagram folgt und aufmerksam meine Posts liest, dem ich vielleicht schon einmal aufgefallen, dass ich den Hashtag #friedvolleelternschaft verwende.

Auch in meinen Stories rede ich oft davon. Und ich bekomme immer öfter und immer mehr Fragen und Feedback zu diesem Thema. Immer mehr Menschen fragen mich, wie man Konflikte zu Hause vermeiden oder friedvoll lösen kann.

Ich danke euch jetzt schon für eure Offenheit. Und bitte euch, beim Lesen des Artikels eure Herzen ganz weit zu machen und euch nicht getriggert oder angegriffen zu fühlen, weil ihr manche Dinge anders macht. Das ist ok! Ihr seid ok! Ihr gebt euer Bestes und das ist wundervoll!

Heute möchte ich für euch – und ein bisschen auch für mich – schreiben bzw. philosophieren, was für mich der Begriff „Friedvolle Elternschaft“ bedeutet. In welchem Zusammenhang ich den Begriff verwende, was ich darunter verstehe, wie ich ihn lebe und vor allem warum.

Meine Grundhaltung

Ganz tief in mir drin, wenn man meine Zwiebelschalen des Egos, der Ichbezogenheit, der Verletztheit und der Abwehrhaltung entfernt hat – ganz innen drin also – bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Kinder (und auch große Menschen) immer gut sind. Das sie immer in den besten Absichten handeln und immer das Beste tun, was ihnen gerade zur Verfügung steht. Auch, wenn das nach außen hin nicht so erscheint, es lästig, nervend und furchtbar anstrengend ist. Auch, wenn ich es manchmal überhaupt nicht nachvollziehen kann und will.
Ausgehend von dieser Grundhaltung, habe ich ein Verständnis für das Verhalten meiner Kinder entwickeln können, das per se friedvoll ist. Ich habe verstanden, dass sie bestimmte Dinge für sich, aber niemals gegen mich tun.
So weit so klar und einfach. Klingt wunderbar. Klingt aber auch ein bisschen so, dass ich mir jetzt alles von meinen Kindern gefallen lasse, oder? Ist das so?
In mancher Augen nach außen ganz bestimmt. Da es sich dabei aber wiederum nur um die subjektive Wahrnehmung anderer Menschen handelt, ist es im Grunde auch wieder relativ. Denn so werde ich von wieder anderen, als viel zu streng wahrgenommen, zu laut, zu mürrisch, zu herrisch. Je nach dem auf welchem „Kanal“ diese Menschen empfangen (und vermutlich auch senden).
Also können wir die Meinung der anderen und deren subjektive Sichtweise ruhigen Gewissens zur Seite schieben. Haken dran. Geschenkt.

Aber wie ist es denn nun? Für mich? Lasse ich mir alles Verhalten gefallen und habe ich stets mein stoisches Grinsen im Gesicht?

Bedürfnisorientiert vs. Laissez faire

Klingt nach einer rhetorischen Frage, oder? Ist es auch!
Natürlich nicht. Natürlich lasse ich mir nicht alles gefallen. Natürlich habe ich Grenzen, die ich deutlich mache. Natürlich werde ich auch laut. Natürlich bin ich keine dauergrinsende, kuchenbackende (das schon mal gar nicht), adrett gekleidete und perfekte Supermama. Nein!
Aber: Ich mache meine Kinder nicht für meine Gefühle verantwortlich, denn das ist fatal.

Ich lebe die bedürfnisorientierte Elternschaft. Ich stehe mit allem was ich bin und weiß dahinter. Was heißt das nun konkret?
Ich erkenne die Bedürfnisse eines jeden Familienmitglieds in unserer Familie an. Ich nehme sie wahr und versuche sie nach besten Wissen und Gewissen zu erfüllen. Das bedeutet auch, dass ich nicht das Verhalten meiner Kinder manipuliere, nur weil mir das dann besser in den Kram passt, denn das halte ich für falsch.

Ja, ich gebe es offen zu, ich halte es für falsch, denn ich achte meine Kinder und respektiere ihr Sein als Mensch.

Dazu habe ich ein tiefes Vertrauen in ihre Fähigkeiten und ihren eigenen Lebensweg, auf dem ich sie zwar ein Stück begleite, aber ihnen niemals eine Richtung vorgebe, die ich für richtig halte. Denn ganz ehrlich: Sie wissen jetzt schon mehr als ich. Das ist Evolution. Wer bin ich zu wissen, was sie in 20 Jahren machen wollen, wie die Welt bis dahin aussieht. Ich weiß nur, dass ich ihnen eine stabile Basis mitgeben möchte. Ihr Urvertrauen, das Gefühl, bedingungslos geliebt zu werden für das was sie sind. Und das geht nicht übereins mit Manipulation und Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht, als wolle man ja nur das Beste für sein Kind.

Denn wir müssen verstehen, dass wir das nicht wissen. Wir wissen eben nicht, was das Beste für einen anderen Menschen ist. Wir können es nicht wissen. Unsere Eltern wussten es nicht für uns und deren Eltern nicht für sie. Das ist so!

Und im Alltag? Wie sieht das bei uns aus?

Ich überbeschütze meine Kinder nicht. Ich lasse sie los, so gut ich es kann. Das erste Kind weniger gut, bei den anderen gelingt mir alles erfahrungsgemäß schon viel leichter. Ich lasse sie sich erfahren. Ich lasse sie Dinge ausprobieren und an Dingen scheitern. Sie klettern hoch, sie fallen runter. Sie gewinnen oder sie lernen.
Ich lasse sie ihre Entscheidungen treffen und übernehme Verantwortung wo sie es (noch) nicht können. Und da muss ich manchmal meine Macht ausnutzen. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich das tue. Ich vermeide es so gut es geht, aber manchmal ist es eben so.
Hier grenzt sich im Übrigen die sogenannte „Laissez faire“-Methode der 68er Generation drastisch ab. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass man den Kindern eben nicht die Verantwortung für jeden Bereich ihres Lebens übergeben kann. Dazu sind sie entwicklungspsychologisch überhaupt nicht in der Lage.
Ich wehre mich auch dagegen, in diese Schublade gesteckt zu werden, denn nur weil ich meine Kinder nicht im herkömmlichen Sinne „erziehe“, heißt das nicht, dass ich nicht hinschaue. Laissez-faire Kinder sind oft überfordert und meist auch als Erwachsene orientierungslos. Dies nur als kleine Randnotiz.

Ich lebe meine Leben und auch meine Bedürfnisse, so weit das eben mit drei (kleinen) Kindern möglich ist. Dazu habe ich mir bewusst gemacht, was denn meine persönlichen, individuellen Grenzen und Bedürfnisse sind und welche mir vielleicht antrainiert wurden (Stichwort: „Weil man das nicht macht“). Und wenn ein Kind meine Grenzen überschreitet, dann teile ich das mit und suche einen möglichst friedvollen Weg, um den Konflikt zu lösen. Auch das gelingt mal besser mal schlechter. Aber ich denke meistens in Lösungen und nicht in Problemen. Ich gehe kreativ an die Sache heran. Die letzte Instanz ist meine Macht. Nicht um bei den Kindern ein Verhalten zu erzwingen, sondern um meine Bedürfnisse und meine Grenzen zu schützen. Das ist ein großer Unterschied. Vielleicht denkst du kurz darüber nach?

Stress – Der Beziehungskiller

„Du kannst nur geben, wenn du gefüllt bist“.

Was will ich damit sagen?
Du wirst es sicherlich schon bemerkt haben, dass wenn das Leben tobt und du permanent unter Strom stehst, du dann weniger friedvoll mit deinen Kindern, und übrigens auch mit die selber, umgehen kannst.
Deine Bedürfnisse sind also wichtig! Für die Familie sind sie überlebenswichtig! Du musst auf dich achten, denn nur so kannst du friedvoll leben und geben. Einen anderen Weg gibt es nicht.
Hier sind drei konkrete Tipps:

  1. Suche dir Hilfe, so oft du kannst: Der Mensch ist eine kooperativ aufziehende Art und kein Einzelgänger. Wenn du niemanden für die Kinder hast, dann suche Entlastungen in anderen Lebensbereichen.
  2. Nimm dir bewusste Auszeiten im Alltag auch mit Kindern. Hast du dich schon mal einfach auf den Boden gelegt, während dein Kind um dich rum gespielt hat? Mach mal! Kleiner Powernap und das Geschirr rennt dir nicht weg.
  3. Schraube deine Erwartungshaltung an dich selbst herunter. Du bist toll, so wie du bist. Du musst und darfst dich nicht mit anderen vergleichen, denn das erzeugt richtig Stress und Druck.

Überlege kurz für dich, wie du dich entlasten könntest. Jede Kleinigkeit hilft!

Die eigenen Wunden heilen

Gestillte Bedürfnisse und das heilen der eigenen Verletztheit sind der Schlüssel. Das was ich hier in einen harmlosen Satz gepackt habe, ist sehr harte Arbeit. Aber: Sie lohnt sich. Sie lohnt sich tausendfach.
Denn das was dann passiert, ist eigentlich das, was alle für ihre Kinder möchten: Sie lernen durch uns Empathie, Eigenverantwortung, Kreativität, Freude am Lernen, Selbstachtung, Vertrauen in uns und die Beziehung zu uns….

Wenn ich weiter oben geschrieben habe, dass Menschen immer das Beste geben, das ihnen zu Verfügung steht, dann sollten wir die Menschen, für die wir im Moment die Verantwortung tragen, mit dem Rüstzeug ausstatten, das dieses Beste auch gut für andere Menschen ist – im besten Fall für die ganze Menschheit und diesen Planeten.

Mein Beitrag und meine Vision?

Jetzt haue ich es raus. Roh und unverschleiert.
Alles was ich hier, zu Hause, auf diversen Online-Plattformen und bald in dem wunderschönen Haus – das dort entsteht wo gerade noch eine Grube ist und das mein Mann mit viel Liebe und seinen eigenen Händen baut – mache, dient einem einzigen Zweck:

Mehr Frieden, mehr Freiheit und mehr Leichtigkeit in die Familien zu bringen, denn da – und das müssen wir uns alle eingestehen – fängt der wahre Weltfrieden an.

Ich wünsche dir eine wundervollen Tag mir großartigen Entscheidungen

unterschrift
P.S. Wenn du bis hierhin gelesen hast, danke ich dir aus tiefstem Herzen. Ich freue mich sehr über eine Nachricht und einen Austausch zu diesem Thema. Danke. Danke von Herzen.

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